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Lepra
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Lepra (auch Aussatz, seit dem 13. Jahrhundert, und bereits mittelhochdeutsch AussĂ€tzigkeit genannt) ist eine chronische Infektionskrankheit mit langer Inkubationszeit, die durch das Mycobacterium leprae oder Mycobacterium lepromatosis ausgelöst wird und mit auffĂ€lligen VerĂ€nderungen an Haut, SchleimhĂ€uten, Nervengewebe und Knochen verbunden ist. Entdeckt hatte den Erreger 1873 der Norweger Gerhard Armauer Hansen unter dem Mikroskop, nach dem die Krankheit auch als Morbus Hansen oder Hansen-Krankheit (englisch Hansenâs Disease, HD, oder leprosy) bezeichnet wird. In Ăsterreich ist die Erkrankung, in Deutschland der Nachweis des Erregers meldepflichtig.
Contents
âą Geschichte
âą Ursprung
âą Altertum
âą Memel
âą Neuere Forschung
âą Epidemiologie
âą Erreger
âą Ăbertragung
âą Klassifikation
âą Symptomatik
âą FrĂŒhstadium
âą Borderline-Lepra
âą Therapie
âą Meldepflicht
âą Museen
âą Welt-Lepra-Tag
âą Musik
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Etymologie und Synonyme
Die Bezeichnung Lepra wurde im Deutschen erst im 18./19. Jahrhundert gebrĂ€uchlich und ist dem griechisch-lateinischen Wort lĂ©pra entlehnt. Dieses ist vom griechischen Adjektiv leprĂłs abgeleitet, das âschuppig, rauâ bedeutet. Das zugehörige griechische Verb lĂ©pein bedeutet â[ab]schĂ€lenâ.cite-ref-1[1]
Der ursprĂŒngliche deutsche Name der Krankheit ist Aussatz. Die von der Lepra befallenen Kranken mussten auĂerhalb menschlicher Siedlungen leben â sie waren (von der Gesellschaftcite-ref-2[2]) ausgesetztcite-ref-3[3] und somit von der Gesellschaft ihrer Mitmenschen weitgehend ausgeschlossencite-ref-4[4] bzw. ausgesondert.cite-ref-5[5] Jedoch ist die Bedeutungsgleichheit von Aussatz und Lepra erst im 13. Jahrhundert entstanden. Zuvor konnte das Wort Aussatz auch fĂŒr andere Symptome und Erkrankungen, die zu einer Aussonderung, zum âAussetzenâ der Betroffenencite-ref-6[6]cite-ref-7[7] fĂŒhrten, stehen,cite-ref-8[8] wie zum Beispiel den Ergotismus oder die Schuppenflechte.cite-ref-9[9]
Deutsche Ăbersetzungen der hebrĂ€ischen Torah ĂŒbersetzen mit Aussatz das Wort Zaraatcite-ref-meyers-zaraat-10-0[10] (hebrĂ€isch ŚŠŚšŚąŚȘ), den âschneeweiĂen Aussatzâ an Haut, Kleidung und HĂ€usern (siehe 2. Buch Mose 4:6â7 und 4:30 ; 3. Buch Mose 13:2, 13:47 und 14:34 ; 4. Buch Mose 12:10 ). Nach Maimonides bezeichnet das Wort Zaraat eine zeichenhafte VerĂ€nderung, die ĂŒble Nachrede, Verleumdung und Klatsch (hebrĂ€isch laschon hara) bestrafen und davor warnen soll.cite-ref-chbd-zaraat-11-0[11]
Das heute nicht mehr gelĂ€ufige Synonym Miselsucht (von mittelhochdeutsch miselsuht âLepra, Aussatzâ) ist abgeleitet vom lateinischen Wort misellus, das âarmâ und âunglĂŒcklichâ bedeutet.cite-ref-12[12]
Im Mittelalter wurde Lepra in Anlehnung an den Lazarus-Orden auch Lazarus-Krankheit genannt. Zur Isolierung (Absonderung) der von der Lepra befallenen Leprösen wurden auĂerhalb der StĂ€dte SiechenhĂ€user (genannt auch SondersiechenhĂ€user) errichtet, die auch Lazarus-HĂ€user genannt wurden. Deshalb heiĂen heute in Frankreich einige VorstĂ€dte Saint Lazare und in Italien San Lazzaro. Den gleichen Ursprung hat das deutsche Wort Lazarett.cite-ref-13[13]
Geschichte
Ursprung
Ăbereinstimmend mit den Wanderungsbewegungen des frĂŒhen Menschen wird der Ursprung von Lepra in Ostafrika angenommen: Vor Zehntausenden von Jahren hĂ€tten sich von dort aus die Bakterien einerseits nordwestwĂ€rts nach Europa und andererseits Richtung Osten nach Indien und dem Fernen Osten ausgebreitet. Eine zweite Annahme geht von der Möglichkeit der orientalischen Entstehung (in Indien) aus.cite-ref-spon-627093-14-0[14]
Der Lepraerreger hat sich in der Zeit seiner weltweiten Ausbreitung genetisch kaum verĂ€ndert, was fĂŒr Bakterien extrem ungewöhnlich ist. Aufgrund der sehr geringen genetischen Unterschiede lieĂ sich der Verbreitungsweg der Lepra nachtrĂ€glich mit hoher Genauigkeit feststellen.
Altertum
Lepracite-ref-meyers-leuke-15-0[15]cite-ref-meyers-zaraat-10-1[10] ist eine der Ă€ltesten bekannten Krankheiten und wurde u. a. in 4000 Jahre alten Funden in Indien nachgewiesen. Sie wird bereits in Ă€gyptischen Papyri wie z. B. dem Papyrus Hearst (um 1500 v. Chr.) erwĂ€hnt und ist fĂŒr Ăgypten ab dem Mittleren Reich palĂ€opathologischcite-ref-16[16] gesichert. Gebete bei den Hethitern, aber auch Pestgötter des Orients werden teilweise mit der Lepra in Verbindung gebracht, so dass Lepra wohl auch im eisenzeitlichen Orient bekannt und verbreitet war. Um 250 v. Chr. soll die Krankheit âLepraâ erstmals von griechischen und Ă€gyptischen Ărzten genau beschrieben worden sein.cite-ref-17[17]
Die hebrĂ€ische Bezeichnung Zaraat (oder áčąaarÊżat) umschreibt im Buch Leviticus (im 13. und 14. Kapitel) leichtere Hauterkrankungen. Ob es sich dabei um Lepra handelt, ist fraglich.cite-ref-18[18] Ob in der Bibel ĂŒberhaupt von Lepra berichtet wird, ist nach wie vor strittig (siehe oben). Zu der bekannten ErzĂ€hlung aus den Evangelien gehört die Heilung eines AussĂ€tzigen.
Man nimmt an, dass aufgrund des unvollstĂ€ndigen medizinischen Wissens viele Hautkrankheiten frĂŒher unter Begriffen wie Lepra oder âAussatzâ zusammengefasst wurden, da man nicht streng zwischen den verschiedenen Hauterkrankungen wie z. B. Lupus (Schmetterlingsflechte) oder Psoriasis (Schuppenflechte) unterscheiden konnte. Woran ein in Ăberlieferungen erwĂ€hnter AussĂ€tziger tatsĂ€chlich erkrankt war, kann daher fast nie mit Sicherheit festgestellt werden.
Auch in der Römerzeit ist Lepra eine hĂ€ufige Erkrankung, vorzugsweise in Ă€rmeren Schichten der Bevölkerung. Zur Zeit von Cicero, im ersten vorchristlichen Jahrhundert, war Lepra in Griechenland und in Italien in weiten Teilen der Bevölkerung belegt. Ansteckung war hier bereits ein bekanntes und gefĂŒrchtetes PhĂ€nomen. Erkrankte wurden daher oft aus der Gemeinschaft verstoĂen und der Kontakt mit ihnen vermieden, was letztendlich auch zur deutschen Bezeichnung âAussatzâ fĂŒhrte.cite-ref-19[19]
Mittelalter und frĂŒhe Neuzeit
Lange wurde angenommen, dass nur zwei Lepra-BakterienstĂ€mme im Mittelalter auftraten, doch lieĂ sich 2017 die Existenz aller zehn bekannten StĂ€mme auch schon in dieser Zeit nachweisen. Das Ă€lteste sequenzierte Genom stammt vom Friedhof von Great Chesterford in England. Es wird in die Zeit zwischen 415 und 545 datiert und gehört zum gleichen Leprastamm, der in heutigen Eichhörnchen nachgewiesen wurde. Dies könnte darauf hinweisen, dass sich die Lepra mit dem Fellhandel ausgebreitet hat.cite-ref-20[20] In der Neuzeit gab es bisher keinen einzigen gesicherten Fall von Ăbertragung des Erregers von Eichhörnchen auf den Menschen.cite-ref-21[21] Im Mittelalter waren Pelze aus Eichhörnchenfell jedoch ein beliebtes KleidungsstĂŒck und Felle wurden in groĂer Menge aus Skandinavien und Osteuropa importiert. Historische Unterlagen dokumentieren beispielsweise fĂŒr das Jahr 1384 den Import von 377.200 Eichhörnchenfellen nach England. AuĂerdem waren Eichhörnchen ein beliebtes Haustier.cite-ref-22[22]
FĂŒr das 7. und 8. Jahrhundert wurde Lepra bei den Langobarden nachgewiesen, war aber auch im Frankenreich verbreitet. Die ersten deutschen Leprosorien entstanden laut dem Medizinhistoriker Gundolf Keil in Metz und in Verden an der Maas.cite-ref-23[23] Das Leprosorium an der KönigsstraĂe nach Maastricht in Aachen-Melaten kann nach Ausgrabungsergebnissen auf das 8. Jahrhundert datiert werden. Ein Aussatz-Kapitel findet sich (auf Blatt 21v bis 22v) im Lorscher Arzneibuchcite-ref-24[24] aus dem ausgehenden 8. Jahrhundert.
Im Umfeld gröĂerer StĂ€dte entwickelte sich ab dem 11. Jahrhundert mit den LeprosenhĂ€usern eine eigene Hospizform. In WĂŒrzburg wurde im 11. Jahrhundert ein Hospital fĂŒr Leprakranke gegrĂŒndet (weitere WĂŒrzburger Leprosorien folgten). Das Bremer Leprosenhaus St.-Remberti-Hospital, das dem Heiligen Rembert gewidmet war, fand erstmals im 13. Jahrhundert urkundlich ErwĂ€hnung.cite-ref-25[25] Ein komplettes Ensemble aus Siechenhaus, Kapelle, Bildstock zum Almosensammeln und Leprosenfriedhof hat sich in Trier erhalten.cite-ref-26[26] Eine schrittweise Reintegration der zuvor ausgegrenzten Leprösen wurde durch Bestimmungen des Dritten Laterankonzils im Jahr 1179 ermöglicht.cite-ref-27[27]
Die allgemeinere Verbreitung des Aussatzes in Europa im Mittelalter wird oft den KreuzzĂŒgen zugeschrieben. Sie erreichte ihren Höhepunkt im 13. Jahrhundert und verschwand mit dem Ende des 16. Jahrhunderts weitgehend aus der Reihe der chronischen Volkskrankheiten in Mitteleuropa. Der Grund fĂŒr ihr Verschwinden war unbekannt. Eine mögliche ErklĂ€rung ist das vermehrte Entstehen von BadehĂ€usern im Zuge der Urbanisierung. Ein weiterer Grund wird in anderen, schnell zum Tode fĂŒhrenden Epidemien gesehen wie Pest, Cholera und Typhus, die bei den geschwĂ€chten und unter prekĂ€ren VerhĂ€ltnissen auf engem Raum beieinander wohnenden Leprösen ein ideales Verbreitungsumfeld fanden.cite-ref-28[28]
Im Mittelalter konnte erstmals anhand bestimmter Zeichencite-ref-29[29] bzw. spezifischer Symptome die Lepra (oder miselsuht) diagnostisch festgestellt werden.cite-ref-30[30]cite-ref-31[31]cite-ref-32[32] Zu derartigen Leprasymptomen gehören eine insbesondere im Bereich der Achillessehne frĂŒhzeitig auftretende Schmerzunempfindlichkeit, wie sie 1363 von Guy de Chauliac beschrieben wurde,cite-ref-33[33] und das Ausfallen der Augenbrauenhaare.cite-ref-34[34] Beschreibungen dieser Symptome finden sich sowohl in heilkundlicher Literatur (ab dem 13. Jahrhundert in diagnostischen Kurztraktaten)cite-ref-35[35] als auch in verschiedener Unterhaltungsliteratur des europĂ€ischen Mittelalters.cite-ref-36[36] Die Beschreibungen entstammten meist den sogenannten Lepraschauencite-ref-37[37] (Examen leprosorum, in heilkundlicher Literatur auch Aussatzprobencite-ref-38[38] genannt), die durch ein Sendgericht veranlasst und von Synodalschöffencite-ref-39[39] umgesetzt wurden. Die Begutachtung im Rahmen der Lepraschau/Aussatzprobe fĂŒhrte meist zur Sequestrierung (Absonderung) der Leprösen. Einer der umfangreicheren Lepraschau-Texte in deutscher Sprache, der auch Entlehnungen aus dem Libellus de signis leprosorum (um 1300) von Arnald von Villanova enthĂ€lt, findet sich in einem um 1495 entstandenen, von Anton Trutmann verfassten Arzneibuch.cite-ref-40[40]cite-ref-41[41]cite-ref-42[42]
Im Verlauf der Entdeckung des Seeweges nach Indien, der Entdeckung Amerikas und der Kolonialisierung Afrikas und insbesondere des Sklavenhandels gelangte der Erreger u. a. nach Indonesien, Westafrika und Amerika sowie in die Karibik, den Pazifik und nach Brasilien.
In Europa wurden die AussĂ€tzigen im Mittelalter vielfach fĂŒr âbĂŒrgerlich totâcite-ref-43[43] erklĂ€rt und waren gezwungen, in der Ăffentlichkeit (auĂerhalb eines Leprosoriums) ein Lazaruskleid zu tragen und eine Warnklapper oder Glocke zu verwenden, damit sich andere eine rĂ€umliche Distanz schaffen konnten.cite-ref-44[44] Im Mittelalter und in der FrĂŒhen Neuzeit galt die Lepra als Geschlechtskrankheit.cite-ref-45[45]
Memel
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Hauptartikel
:
Lepraheim Memel
In PreuĂen wurde 1848 im Kreis Memel der erste Leprakranke gemeldet. Im Jahr 1894 wurden es mehr. Auf Anregung von Robert Koch entstand 1898/99 das in Deutschland einzige Lepraheim. Es lag zwei Kilometer nördlich von Memel und konnte 16, ab 1909 22 Kranke aufnehmen. Die Zahl der bis zum 30. September 1944 gemeldeten FĂ€lle belief sich auf 42 MĂ€nner und 52 Frauen. Die Ă€rztliche Leitung des Heimes und die Behandlung der Kranken war stets dem jeweiligen Kreisarzt (Amtsarzt) als Seuchenspezialist ĂŒbertragen. Die beiden Krankenschwestern kamen aus dem Königsberger Diakonissen-Mutterhaus der Barmherzigkeit. Im Oktober 1944 wurden die Kranken des Lepraheims unter schwierigsten UmstĂ€nden nach Königsberg (PreuĂen) ĂŒberfĂŒhrt und der Obhut des Diakonissen-Krankenhauses der Barmherzigkeit ĂŒbergeben. Nur einer der Erkrankten blieb am Leben.cite-ref-46[46]cite-ref-47[47]
Der Kampf gegen Lepra
Meyers Konversationslexikon weist noch 1888 darauf hin, dass Lepra in Skandinavien, auf Island und der Iberischen Halbinsel, in der Provence und an den italienischen KĂŒsten, in Griechenland und auf den Inseln des Mittelmeers regelmĂ€Ăig vorkam. Allerdings war die Lepra europaweit bereits stark auf dem RĂŒckzug und nicht mehr mit den Zahlen der Antike und des Mittelalters vergleichbar.
Carl Wilhelm Boeck, ein norwegischer Dermatologe, hatte gemeinsam mit Daniel Cornelius Danielssen, dem Leiter des Leprakrankenhauses in Bergen, die Lepra erstmals in eine tuberkulöse und eine anÀsthetische Form unterteilt.cite-ref-48[48]
Von ihm stammt die Darstellung, die Krankheit sei im 19. Jahrhundert in Norwegen noch recht stark verbreitet gewesen. Dies schloss er aus einer ZĂ€hlung, wobei man 1862 noch 2119 AussĂ€tzige registrierte bei nicht ganz zwei Millionen Einwohnern. In Deutschland wurden zur gleichen Zeit nur vereinzelt FĂ€lle registriert, die besonders in OstpreuĂen auftraten. So entstand die Vorstellung, dass NordeuropĂ€er eher mit Krankheiten verseucht seien als Mittel- oder SĂŒdeuropĂ€er. Dasselbe Muster unterstellte man Osteuropa gegenĂŒber Westeuropa. TatsĂ€chlich sind die ZĂ€hlungen von LeprafĂ€llen in dieser Zeit sehr unzuverlĂ€ssig.
Ein erster groĂer Fortschritt im Kampf gegen die Lepra war die Entdeckung des Krankheitserregers, des Bakteriums Mycobacterium leprae, durch den norwegischen Arzt Gerhard Armauer Hansen im Jahr 1873. Mit einer speziellen FĂ€rbemethode machte Albert Neisser dann den Erreger bakteriologisch untersuchbar. Der deutsche Dermatologe Eduard Arning begann am 28. September 1884 ein vierjĂ€hriges Menschenexperiment an dem damals 48-jĂ€hrigen zuvor gesunden Polynesier Keanu, das den Nachweis der Ăbertragbarkeit der Lepra erbrachte und zu Keanus Tod fĂŒhrte.
Der Ordenspriester Damian de Veuster kĂŒmmerte sich ab 1873 um etwa 600 ausgestoĂene Leprakranke auf der Hawaii-Insel MolokaÊ»i und wurde so zum âApostel der Leprakrankenâ. Er infizierte sich und starb 1889 an den Folgen. Heute wird er als Heiliger verehrt. Der Damien-Dutton Award, eine Auszeichnung fĂŒr Engagement in der LeprabekĂ€mpfung, ist nach ihm und einem weiteren Helfer benannt. Die britische Krankenschwester Kate Marsden (1859â1931) setzte sich fĂŒr Leprakranke in Jakutien ein.
In Japan wurde ein erstes spezialisiertes Krankenhaus 1870 von GotĆ Masafumi eingerichtet, gesetzliche Seuchenkontrollen wurden 1907 eingefĂŒhrt. Im 20. Jahrhundert wurden Infizierte in Japan unmenschlich behandelt. Aufgrund eines Gesetzes von 1953 wurden sie lebenslĂ€nglich in geschlossenen Anstalten inhaftiert, auch als es schon Behandlungsmöglichkeiten gab. Viele wurden zwangssterilisiert, Schwangere wurden zur Abtreibung gezwungen. Das Gesetz wurde erst 1996 aufgehoben.cite-ref-49[49] 1995 wurden noch etwa 12.000 Patienten gezĂ€hlt. Die letzten privaten Sanatorien wurden 2006/2007 geschlossen.cite-ref-50[50] Im Jahre 2009 gab es noch 13 staatliche Lepra-Sanatorien mit 2568 verbliebenen Patienten, von denen die meisten dort ihr ganzes Leben verbracht haben, so dass eine Re-Integration in die japanische Gesellschaft kaum möglich ist.cite-ref-burns-51-0[51] Diese Insassen, die aufgrund der Zwangssterilisierungen keine Nachkommen haben, sind heute im Durchschnitt ĂŒber 80 Jahre alt. Seit Jahren wird im Parlament erfolglos an einem EntschĂ€digungsgesetz gearbeitet.cite-ref-burns-51-1[51]
Gesetzlich vorgeschriebene Meldungen von Seuchenerkrankungen wie der Lepra wurden im Ostblock zwischen 1949 und 1975 im Rahmen von Gesundheitsvorsorge durchgÀngig obligatorisch und sind daher sehr gut dokumentiert. Auch hier wurden nur noch EinzelfÀlle gemeldet, vorwiegend durch Zuwanderung.
Die Zahl der registrierten Leprapatienten ging im Zeitraum 1985 bis 1993 in den meisten Regionen deutlich zurĂŒck:cite-ref-52[52] Heute kommt Lepra vorwiegend in Indien, Indonesien, Afrika, SĂŒdamerika und im Pazifik vor.
| Geografische Region | 1985 | 1990 | 1993 | VerÀnderung zwischen 1985 und 1993 |
|---|---|---|---|---|
| Asien | 3.812.049 | 2.793.017 | 1.708.528 | â55,2 % |
| Afrika | 987.607 | 482.669 | 194.666 | â80,3 % |
| SĂŒdamerika | 305.999 | 301.704 | 313.446 | +2,4 % |
| Pazifik | 245.753 | 125.739 | 67.067 | â72,7 % |
| Europa | 16.794 | 7.246 | 7.874 | â53,1 % |
| Welt | 5.368.202 | 3.710.375 | 2.291.581 | â57,3 % |
Neuere Forschung
Ăltere Forschungen gingen vorwiegend davon aus, dass Lepra hauptsĂ€chlich durch die Tuberkulose zurĂŒckgedrĂ€ngt worden sei. Die von der Lepra geschwĂ€chten Menschen seien oft auch von Tuberkulose befallen, die die Kranken schnell töte und so eine Ausbreitung der Lepra verhindere.
Die moderne Forschung denkt jedoch eher an eine Art natĂŒrlicher Selektion durch genetische Ursachen, da palĂ€oepidemiologisch mit dem RĂŒckzug der Lepra mehr FĂ€lle von Schuppenflechte (Psoriasis) festgestellt wurden, wobei beide Krankheiten sich offenbar gegenseitig ausschlieĂen.cite-ref-psoriasis-54-0[54]
In der jĂŒngsten Studie einer dĂ€nischen Gruppe wies man erstmals anhand von Lepraopfern aus dem mittelalterlichen Odense nach, dass es eine gewisse genetische Selektion gab. Personen mit einer bestimmten Variante des Immun-Gens HLA-DRB1 waren erheblich anfĂ€lliger fĂŒr eine Infektion. Dieses Gen spielt eine bedeutende Rolle bei der Erkennung des Erregers Mycobacterium leprae. In den heutigen EuropĂ€ern ist diese abgeschwĂ€chte Variante bedeutend seltener und durch die Lepra selbst ausselektiert worden. Am seltensten ist die anfĂ€llige Variante unter NordeuropĂ€ern zu finden. Leprakranke gaben die genetischen Risikofaktoren nicht mehr weiter, da sie keine Nachkommen hervorbrachten.cite-ref-55[55]
Epidemiologie
Durch die Zusammenarbeit aller weltweit tĂ€tigen Leprahilfswerke in der ILEP (International Federation of Anti-Leprosy Associations) ist die Lepra heute unter Kontrolle. Die Zahl der Neuinfektionen weltweit war fĂŒr Jahrzehnte deutlich rĂŒcklĂ€ufigcite-ref-56[56]cite-ref-57[57] und sankcite-ref-58[58] 2013 bis 2019 nur noch langsam (siehe Grafik). Im Jahr 2019 wurden 202.185 Neuerkrankungen berichtet; am Jahresende 2019 stand die Zahl der erkrankten Patienten bei 177.175 (Daten der WHO aus 160 LĂ€ndern).cite-ref-who-2019-59-0[59] FĂŒr 2020 erfasste die WHO 127.396 Neuerkrankungen und damit 37 % weniger als im Vorjahr.cite-ref-who-2020-60-0[60] Allerdings geht die WHO davon aus, dass das eher an einer unvollstĂ€ndigen Aufdeckung und Registrierung aufgrund der COVID-19-Pandemie als an einer tatsĂ€chlichen Verbesserung liegt.cite-ref-who-2020-60-1[60]
Es war erklÀrtes Ziel der Weltgesundheitsorganisation, die Krankheit bis 2005cite-ref-61[61] auszurotten, Àhnlich wie es mit den Pocken gelungen ist. Aufgrund der ungewöhnlich langen Inkubationszeit bei der Lepra wird man hiervon aber noch lange nicht ausgehen können.
| Jahr | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anzahl neuer FĂ€lle | 296.479 | 258.980 | 252.541 | 249.018 | 244.797 | 228.488 | 224.344 | 232.843 | 215.630 | 213.861 | 214.339 | 218.221 | 211.170 | 208.763 | 202.485 | 128.412 | 140.114 | 174.097 | 182.815 |
EntwicklungslÀnder
In vielen EntwicklungslĂ€ndern ist die Krankheit nach wie vor ein ernstzunehmendes Problem. Die meisten Erkrankten leben in Indien, wo jĂ€hrlich ĂŒber 110.000 Menschen neu erkranken.cite-ref-who-2019-59-1[59] Brasilien (ĂŒber 25.000 Neuerkrankungen jĂ€hrlich) und Indonesien (ĂŒber 15.000) sind ebenfalls sehr stark betroffen, aber auch in Afrika gibt es viele Kranke.cite-ref-who-2019-59-2[59] In vielen der von Lepra betroffenen armen LĂ€nder wurden mit Entwicklungsgeldern spezielle Behandlungszentren errichtet.
LĂ€nder mit guter Gesundheitsversorgung
Aufgrund der Behandlungsmöglichkeiten mit Antibiotika ist Lepra inzwischen in LÀndern mit entwickelter Gesundheitsversorgung nahezu ausgerottet. So gab es von 2009 bis 2014 keine Neuerkrankungen in Europa; 2019 wurden 42 neu Erkrankte in Europa registriert.cite-ref-who-2019-59-3[59]
Die letzten Sanatorien fĂŒr Leprakranke in Europa sind das Sanatorio San Francisco de Borja in Spanien mit 29 Leprakranken (2016cite-ref-63[63], 2006: 62) und die Klinik in TichileÈti in RumĂ€nien mit 19 Bewohnern im Jahre 2011.
Erreger
Lepra wird durch Mycobacterium leprae hervorgerufen, das viele Eigenschaften mit anderen Mykobakterien, etwa dem Erreger der Tuberkulose, Mycobacterium tuberculosis, gemeinsam hat. So ist M. leprae ein sÀurefestes StÀbchenbakterium, dessen Zellwandaufbau in vielem dem anderer Mykobakterien Àhnelt, etwa darin, dass sie verschiedene MykolsÀuren und zahlreiche Wachse enthÀlt.
Eine weitere Ăhnlichkeit ist, dass M. leprae wie der Tuberkulose-Erreger seine Verdauung in den Lysosomen der Leukozyten verhindert und dadurch der körpereigenen Immunabwehr entkommt: Die Lepra-Bakterien werden zwar per Phagozytose von den Leukozyten aufgenommen, die Endosomen mit den eingeschlossenen Bakterien aber anschlieĂend nicht mit den (die Verdauung des Endosomeninhalts besorgenden) Lysosomen verschmolzen. Was diese Verschmelzung verhindert, ist noch weitgehend unbekannt, neuere Untersuchungen jedoch haben einen engen Zusammenhang mit der Proteinkinase G aufgedeckt, einem von den Bakterien gebildeten Enzym.cite-ref-64[64] Erst durch die Hydrolasen in den Lysosomen aber wĂŒrden die Bakterien abgetötet und schlieĂlich verdaut, in den Endosomen der Leukozyten dagegen können sie sich weiterhin unbehelligt vermehren. Nach den Leukozyten werden schlieĂlich auch die Schwann-Zellen von den Bakterien befallen, was erklĂ€rt, warum in der Folge vor allem das Nervensystem der Erkrankten angegriffen wird.
Eine AnzĂŒchtung des Erregers in vitro ist bis heute noch nicht gelungen. Ab 1960 gelang es jedoch, M. leprae in MĂ€usepfoten zu zĂŒchten. Wegen ihrer ungewöhnlich niedrigen Körpertemperatur sind seit 1971 Neunbinden-GĂŒrteltiere die fĂŒr die AnzĂŒchtung des Erregers geeignete Tiergruppe. Dies macht sie auch unentbehrlich bei der Erforschung von Impfstoffen.
Ein der Lepra Ă€hnliches Krankheitsbild (Lepromatose) wird â vor allem in SĂŒdamerika â durch das Bakterium Mycobacterium lepromatosis verursacht.cite-ref-65[65]
Ăbertragung
FĂŒr die Ăbertragung bzw. die Infektion mit dem Erreger bedarf es eines langfristigen, engen Kontakts mit einem Infizierten. Die Ăbertragung geschieht durch Tröpfcheninfektion.cite-ref-who-2019factsh-66-0[66] Da Lepra nur schwach ansteckend ist, liegt die Ursache der Neuerkrankungen oft auch in mangelnder Hygiene, UnterernĂ€hrung und somit einem geschwĂ€chten Immunsystem. Mutationen im TLR-2-Gen können zu erhöhter AnfĂ€lligkeit fĂŒr Leprainfektionen fĂŒhren.cite-ref-67[67]
Die Inkubationszeit ist ungewöhnlich lang und hĂ€ngt auch vom Zustand des Immunsystems ab. Sie dauert mindestens einige Monate,cite-ref-68[68] im Schnitt etwa fĂŒnf Jahre, sie kann aber auch 20 Jahre oder mehr dauern.cite-ref-who-2019factsh-66-1[66]
Klassifikation
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Die Symptome der Lepra variieren von Patient zu Patient sehr stark. Um die unterschiedlichen Erscheinungsformen klassifizieren zu können, wurde auf dem VI. Internationalen Lepra-Kongress 1953 in Madrid folgende Einteilung vorgenommen:
âą indeterminierte Lepra
âą tuberkuloide Lepra
âą Borderline-tuberkuloide Lepra
âą Borderline-Lepra
⹠Borderline-lepromatöse Lepra
⹠lepromatöse Lepra
Symptomatik
Bei dieser Krankheit sterben die Nerven ab und die GefĂ€Ăe â Arterien und Venen â verstopfen durch eine Verdickung des Blutes. Die Betroffenen verlieren meist das GefĂŒhl fĂŒr KĂ€lte, WĂ€rme und auch Schmerz. Ohne Behandlung verletzen sich die Patienten oft unbemerkt und infizieren sich ĂŒber die Wunden mit lebensgefĂ€hrlichen Krankheiten wie z. B. Tetanus. Daher stammt auch die Vorstellung, Lepra wĂŒrde zum Abfallen von Fingern, Zehen, HĂ€nden oder Ohren fĂŒhren. Da die Erkrankten keine Schmerzen spĂŒren, werden Wunden oft unbehandelt gelassen, und durch EntzĂŒndungen können diese Körperbereiche absterben.
FrĂŒhstadium
Im FrĂŒhstadium spricht man von indeterminierter oder uncharakteristischer Lepra. Die indeterminierte Form der Lepra Ă€uĂert sich in unscharf abgegrenzten Flecken (Lepride) auf der Haut. Bei dunkelhĂ€utigen Menschen sind diese heller als die gesunde Haut, bei hellhĂ€utigen sind sie gerötet. Die Flecken selbst fĂŒhlen sich fĂŒr den Erkrankten taub an. In dieser Phase kann die Krankheit stagnieren, spontan abheilen oder sich zur tuberkuloiden, lepromatösen oder Borderline-Lepra weiterentwickeln.
Tuberkuloide Lepra (PaucibazilliÀre Lepra)
Diese tuberkuloide Form der Lepra entwickelt sich bei guter Abwehrlage des Organismus und verlĂ€uft langsamer und gutartiger als die lepromatöse Lepra. Die tuberkuloide Lepra ist nur gering ansteckend und befĂ€llt vor allem die Nerven und die Haut, selten auch die Lymphknoten. Organbefall kommt nicht vor. Die Hautflecken sind hier oft flach oder gering erhaben, stets scharf begrenzt und von rötlicher bis rötlich-violetter Farbe. Im Gegensatz zur lepromatösen Lepra ist die Verteilung der HautverĂ€nderungen asymmetrisch. Zu Beginn besteht im Bereich der HautlĂ€sionen eine Ăberempfindlichkeit (HyperĂ€sthesie), im Verlauf geht dann zuerst das Temperaturempfinden und spĂ€ter das BerĂŒhrungs- und Schmerzempfinden verloren. Die Haut verliert die FĂ€higkeit, SchweiĂ zu bilden (Anhidrosis).cite-ref-71[71] An den betroffenen Stellen fallen die Haare aus. Neben der Haut sind vor allem die peripheren Nerven knotig verdickt. Der Befall ist auch hier asymmetrisch. Mit fortschreitender Krankheit nimmt der Tastsinn immer weiter ab, bis der Patient nichts mehr spĂŒrt. Die Folge sind oft schwere Verletzungen und daraus resultierend weitere VerstĂŒmmelungen. Der Befall motorischer Nerven Ă€uĂert sich in MuskelschwĂ€che, MuskelrĂŒckbildung und LĂ€hmungserscheinungen.
Borderline-Lepra
Borderline-Lepra, bezeichnet auch als dimorphe Form der Lepra, gilt als instabile Krankheitsvariante, die sich je nach Zustand des Immunsystems weiterentwickelt. Bei weitgehend intaktem Immunsystem bildet sich die bakterienarme, tuberkuloide Form heraus. Bei geschÀdigtem Immunsystem vermehren sich die Bakterien nahezu ungestört. Es kommt zur Ausbildung der bakterienreichen, ansteckenden lepromatösen Form. Die Symptome im Borderline-Stadium können sowohl denen der tuberkuloiden Lepra Àhneln als auch deutliche Abweichungen zeigen. So können die Hautflecken symmetrisch sein; auch der Befall der Nerven kann symmetrisch erfolgen.
Lepromatöse Lepra (multibazilliÀre Lepra)
Die lepromatöse Lepra ist die schwerste Form der Krankheit. Durch ungehemmte Vermehrung der Bakterien verbreiten sich diese ĂŒber Blutbahnen, Nervengewebe, SchleimhĂ€ute und das Lymphsystem (mit möglicher Ausbildung einer Elephantiasis)cite-ref-72[72] im ganzen Körper. Die Haut ist stark verĂ€ndert und von Knoten und kleinen Flecken ĂŒberzogen. Charakteristisch sind die hellroten bis braunen Leprome, die das Gesicht und andere Körperteile zersetzen. Besonders im Gesicht verschmelzen diese zu einem âLöwengesichtâ (Facies leonina). Im weiteren Verlauf kann ein geschwĂŒriger Zerfall mit Befall von Knochen, Muskeln und Sehnen und der inneren Organe erfolgen.
Der Tod tritt nicht unmittelbar durch den Erreger, sondern durch SekundÀrinfektionen ein.
Therapie
GrundsÀtzlich gilt Lepra heutzutage als heilbar. Zwischen 1995 und 2015 wurden weltweit fast 16 Millionen Patienten behandelt.cite-ref-who-2019factsh-66-2[66]
Erste pharmakologisch wirksame TherapieansĂ€tze mit Chemotherapeutika gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der deutsche Arzt Franz Engel Bey regte 1906 die Entwicklung des Ăthylesters des Chaulmoograöls als reines PrĂ€parat durch die Chemiker Felix Hoffmann und Ludwig Taub von den Elberfelder Farbwerken an.cite-ref-73[73] Engel fĂŒhrte dieses besser vertrĂ€gliche und parenteral anwendbare âAntileprolâ 1907 in die Therapie des Aussatzes ein.cite-ref-74[74] (Siehe auch Alice Ball) In den 1930er Jahren hatten die Bakterien jedoch Resistenzen entwickelt.cite-ref-75[75] Einen Durchbruch in der Lepratherapie gab es in den 1940er Jahren durch die Sulfonamidtherapie. 1947 fĂŒhrte Robert G. Cochrane das bis heute bedeutende, allerdings nur bakteriostatisch wirkende Antibiotikum Dapson (DDS) in die Therapie ein.cite-ref-76[76]
Die Heilungsaussichten sowie die geeignete Therapieform hĂ€ngen von der Erscheinungsform und dem Fortschritt der Erkrankung ab. Zur KlĂ€rung wird hierzu ein Lepromintest durchgefĂŒhrt. In AbhĂ€ngigkeit von der Diagnose ist eine monate- bis jahrelange Kombinationstherapie mit den Medikamenten Dapson, Clofazimin (seit 1962) und dem bakterizid wirkenden Rifampicin (seit 1971) die Therapie der Wahl (Chemotherapeutika der zweiten Wahl sind Minocyclin, Clarithromycin und Ofloxacincite-ref-77[77]). Es kommt vor, dass ein Wechsel der ImmunitĂ€tslage zu einer Verschlechterung des Zustandes fĂŒhrt. Diese VerĂ€nderung wird Lepra-Reaktion genannt. Die hierbei gegebenen komplexen VorgĂ€nge mĂŒssen von einem Spezialisten mit einer auf den Patienten individuell abgestimmten Therapie behandelt werden.
In den 1970er Jahren wurden Kombinationstherapien mit mehreren Antibiotika entwickelt und in einem mehrjÀhrigen Feldversuch auf Malta erfolgreich getestet. Davon ausgehend empfiehlt die WHO (abweichend vom Prozedere der Vereinigten Staaten von Amerika) seit 1982 die Polychemotherapie in einer bis heute kaum abgewandelten Form:
⹠bei isolierter HautlÀsion: Rifampicin, Ofloxacin und Minocyclin
âą bei zwei bis fĂŒnf HautlĂ€sionen: Dapson und Rifampicin
âą bei mehr als fĂŒnf HautlĂ€sionen: Dapson, Rifampicin und Clofazimin (oder Prothionamid)
âą bei Erythema nodosum leprosum: Thalidomid oder Clofazimincite-ref-abele-horn-208-78-0[78]
Wirksam bei der Behandlung des Erythema nodosum leprosum (ENL) ist der Wirkstoff Thalidomid. Aufgrund der schĂ€digenden Nebenwirkungen wĂ€hrend der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind (Embryopathie) gelten strenge therapiebegleitende Sicherheitsvorkehrungen. Alternativ zu Thalidomid wird Clofazimin eingesetzt. Obwohl es immer noch Versorgungsschwierigkeiten mit den benötigten Medikamenten in Entwicklungs- und SchwellenlĂ€ndern gibt, konnte die Lepra in den 1990er Jahren weiter zurĂŒckgedrĂ€ngt werden. Die WHO ist mit der Ausrottung dieser Seuche befasst.
Vorbeugende MaĂnahmen bei Lepra sind:
âą Bei Paresen und Kontrakturen: Physiotherapie
⹠Zur PrÀvention einer Augenaustrockung: Augentropfen und -salben
âą Hautpflege
âą Bei gestörter SensibilitĂ€t: Vermeidung selbst kleiner Verletzungen (Handschuhe, Abpolsterungen, Einlagen, UmbaumaĂnahmen im Haushalt, WĂ€rmeisolierungen an GerĂ€ten und Heizkörpern).cite-ref-abele-horn-208-78-1[78]
Meldepflicht
Lepra ist in Ăsterreich gemÀà § 1 Absatz 1 Ziffer 1 Epidemiegesetz 1950 bei Verdacht, Erkrankung und Tod anzeigepflichtig. Zur Anzeige verpflichtet sind unter anderem Ărzte und Labore (§ 3 Epidemiegesetz 1950).
In Deutschland ist der Nachweis des Krankheitserregers Mycobacterium leprae seitens des Labors usw. namentlich meldepflichtig (gemÀà § 7, § 8 IfSG). Nach dem Recht Sachsenscite-ref-79[79] besteht eine namentliche Meldepflicht bezĂŒglich Erkrankung und Tod an Lepra.
Museen
In Deutschland gibt es das Lepramuseum MĂŒnster.cite-ref-80[80]
Das Leprosenhaus (Bad Wurzach)cite-ref-82[82] ist ein erhaltenes Siechenhaus fĂŒr Leprakranke, das aber keine Ausstellung zum Thema zeigt.
Welt-Lepra-Tag
Seit 1954 wird der Welt-Lepra-Tag am letzten Sonntag im Januar begangen. Er wurde 1954 von Raoul Follereau initiiert. Er wurde mit dem Todestag Mahatma Gandhis gleichgesetzt, der sich zeitlebens fĂŒr Leprakranke eingesetzt hatte.cite-ref-83[83]
Musik
Die norwegische Progressive-Metal-Band Leprous hat sich nach der Krankheit benannt (engl. leprous â leprakrank).cite-ref-84[84]
Literatur
âą Marianne Abele-Horn: Antimikrobielle Therapie. Entscheidungshilfen zur Behandlung und Prophylaxe von Infektionskrankheiten. Unter Mitarbeit von Werner Heinz, Hartwig Klinker, Johann Schurz und August Stich. 2., ĂŒberarbeitete und erweiterte Auflage. Peter Wiehl, Marburg 2009, ISBN 978-3-927219-14-4, S. 207â209.
âą Leo van Bergen: Uncertainty, Anxiety, Frugality. Dealing with Leprosy in the Dutch Indies 1816â1942. NUS Press, Singapur, ISBN 978-981-4722-83-4.
âą Anna Bergmann: Tödliche Menschenexperimente in Kolonialgebieten. Die Lepraforschung des Arztes Eduard Arning auf Hawaii 1883â1886. In: Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hrsg.) â⊠Macht und Anteil an der Weltherrschaft.â Berlin und der deutsche Kolonialismus. Unrast-Verlag, MĂŒnster 2005, ISBN 3-89771-024-2.
âą Saul Nathaniel Brody: The disease of the soul: leprosy in medieval literature. Ithaca / London 1974; Nachdruck ebenda 1975.
âą Friedrich BĂŒhler: Der Aussatz in der Schweiz (= Medicinisch-historische Studien. 1). ZĂŒrich 1902.
âą Luke Demaitre: Leprosy in Premodern Medicine: A Malady of the Whole Body. The Johns Hopkins University Press, Baltimore 2007, ISBN 978-0-8018-8613-3.
âą Rod Edmond: Leprosy and Empire: A Medical and Cultural History. Cambridge 2007, ISBN 978-0-521-86584-5.
âą Dietrich von Engelhardt: Darstellung und Deutung der Lepra in der neueren Literatur. In: Jörn Henning Wolf (Hrsg.): Aussatz, Lepra, Hansen-Krankheit. Ein Menschheitsproblem im Wandel. Teil II: AufsĂ€tze (= Kataloge des Deutschen medizinhistorischen Museums. Beiheft 1). WĂŒrzburg 1986, ISBN 3-926454-00-8, S. 309â320.
âą Philipp Gabriel Hensler: Vom abendlĂ€ndischen Aussatze im Mittelalter, nebst einem Beitrage zur Kenntnis und Geschichte des Aussatzes. GebrĂŒder Herold, Hamburg 1790 (Digitalisat Bayerische Staatsbibliothek). Nachdruck: Bachmann und Gundermann, Hamburg 1794.
âą Christa Habrich, Juliane C. Wilmanns, Jörn H. Wolf, Felix Brandt (Hrsg.): Aussatz, Lepra, Hansen-Krankheit. Teil I: Katalog. MĂŒnchen 1982. Teil II: AufsĂ€tze. WĂŒrzburg 1986 (= Kataloge des Deutschen Medizinhistorischen Museums, Band 4, Beiheft 1).
âą Ernest Persoons und andere (Hrsg.): Lepra in de Nederlanden (12deâ18de eeuw). BrĂŒssel 1989 (= Algemeen Rijksarchief en Riejksarchief in de ProvincĂ«n. Educative dienst, dossiers. Band II, 3).
âą Andreas Kalk: Lepra in Zentralasien: Die fast vergessene Krankheit. In: Deutsches Ărzteblatt. Band 97, Nr. 13. Deutscher Ărzte-Verlag, 31. MĂ€rz 2000, S. A-829 / B-714 / C-650 (aerzteblatt.de).
âą Gundolf Keil: Aussatz. In: Lexikon des Mittelalters. Band 1. 1978, Sp. 1249â1257.
âą Gundolf Keil: Lepra (Aussatz, Hansen-Krankheit). und Lepraschautexte. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 841â845.
âą Huldrych M. Koelbing, Monica SchĂ€r-Send, Antoinette Stettler-SchĂ€r, Hans TrĂŒmpy: BeitrĂ€ge zur Geschichte der Lepra (= ZĂŒrcher medizingeschichtliche Abhandlungen, Neue Reihe. Band 92). ZĂŒrich 1972, ISBN 3-260-03380-7.
⹠Evelyne Leandro: Ausgesetzt. Der Kampf mit einer lÀngst vergessenen Krankheit. Ein Tagebuch aus dem heutigen Berlin. Create Speace, 2014, ISBN 978-1-5029-7997-1.
âą Horst MĂŒller-BĂŒtow: Lepra. Ein medizinhistorischer Ăberblick unter besonderer BerĂŒcksichtigung der mittelalterlichen arabischen Medizin. Philosophische Dissertation SaarbrĂŒcken (UniversitĂ€t des Saarlandes). Frankfurt am Main 1981.
âą Alois Paweletz: Lepradiagnostik im Mittelalter und Anweisungen zur Lepraschau. Medizinische Dissertation. Leipzig 1915; archive.org.
âą Ortrun Riha: Aussatz als Metapher. Aus der Geschichte einer sozialen Krankheit. In: Dominik GroĂ, Monika Reiniger: Medizin in Geschichte, Philologie und Ethnologie. Festschrift fĂŒr Gundolf Keil. Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 2003, ISBN 3-8260-2176-2, S. 89â105.
âą Heinrich Martius (Mediziner, 1781): De lepra taurica. Dissertation. Stabitz, Leipzig 1816; OCLC 1071267361 (Textarchiv â Internet Archive).
âą Karl Friedrich Schaller: Die Klinik der Lepra. In: Jörn Henning Wolf (Hrsg.): Aussatz, Lepra, Hansen-Krankheit. Ein Menschheitsproblem im Wandel. Teil II: AufsĂ€tze. WĂŒrzburg, 1986, S. 17â26.
⹠A. Schelberg: Leprosen in der Mittelalterlichen Gesellschaft. Dissertation, Göttingen 2000; sub.gwdg.de (PDF; 2,50 MB).
âą ĂŒber: Georg Sticker: Lepra und Syphilis um das Jahr Tausend in Vorderasien. In: Janus. Band 28, 1924, S. 394.
âą Jörn Henning Wolf (Hrsg.): Aussatz, Lepra, Hansen-Krankheit. Ein Menschheitsproblem im Wandel. Teil II: AufsĂ€tze (= Kataloge des Deutschen medizinhistorischen Museums. Beiheft 1). WĂŒrzburg 1986, ISBN 3-926454-00-8.
âą Karl Wurm, A. M. Walter: Infektionskrankheiten. In: Ludwig Heilmeyer (Hrsg.): Lehrbuch der Inneren Medizin. Springer-Verlag, Berlin / Göttingen / Heidelberg 1955; 2. Auflage ebenda 1961, S. 9â223, hier: S. 221â223.
Weblinks
Commons
: Lepra
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Lepra
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Lepra â Informationen des Robert Koch-Instituts
âą Leprosy Today â Lepra-Programm der WHO
Einzelnachweise
cite-note-11. â Lepra. In: Herkunftswörterbuch. Dudenverlag, Mannheim 2007.
cite-note-22. â Hans TrĂŒmpy: Die AussĂ€tzigen in der mittelalterlichen Gesellschaft. In: Huldrych M. Koelbing, Monica SchĂ€r-Send, Antoinette Stettler-SchĂ€r, Hans TrĂŒmpy (Hrsg.): BeitrĂ€ge zur Geschichte der Lepra (= ZĂŒrcher medizingeschichtliche Abhandlungen, Neue Reihe. Band 92). ZĂŒrich 1972, ISBN 3-260-03380-7, S. 84â92, hier: S. 84.
cite-note-33. â Aussatz. In: Herkunftswörterbuch. Dudenverlag, Mannheim 2007.
cite-note-44. â Françoise BĂ©riac: Histoire des lĂ©preux au Moyen Age: une sociĂ©tĂ© dâexclus. Paris 1988.
cite-note-55. â Gundolf Keil: Der Aussatz im Mittelalter. In: Jörn Henning Wolf (Hrsg.): Aussatz, Lepra, Hansen-Krankheit. Ein Menschheitsproblem im Wandel. Teil II: AufsĂ€tze (= Kataloge des Deutschen Medizinhistorischen Museums. Beiheft 1). Deutsches AussĂ€tzigen-Hilfswerk, WĂŒrzburg 1986 (1987), S. 85â103, hier: S. 94.
cite-note-66. â Ortrun Riha: Aussatz als Metapher. Aus der Geschichte einer sozialen Krankheit. 2003, S. 89 f.
cite-note-77. â Ortrun Riha: Aussatz â Geschichte und Gegenwart einer sozialen Krankheit. Hirzel, Stuttgart/Leipzig 2004 (= Sitzungsberichte der SĂ€chsischen Akademie der Wissenschaften, mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse. Band 129, Heft 5).
cite-note-88. â MĂ€rta Ă
sdahl-Holmberg: Die deutsche Synonymik fĂŒr âaussĂ€tzigâ und âAussatzâ. In: Niederdeutsche Mitteilungen. Band 26, 1970, S. 25â71.
cite-note-99. â Benedikt Ignatzek: Aus der Geschichte der Dermatologie. In: WĂŒrzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 23, 2004, S. 524â527, hier: S. 524.
cite-note-meyers-zaraat-1010. â Zaraat. In: Meyers GroĂes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 20: VedaâZz. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1909, S. 854 (Digitalisat. zeno.org). âZaraat, soviel wie Aussatz.â
cite-note-chbd-zaraat-1111. â Die Bedeutung von Zaraat. Chabad-Lubawitsch Media Center, abgerufen am 25. Juni 2014.
cite-note-1212. â Aussatz. In: Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Walter de Gruyter, Berlin 1975.
cite-note-1313. â Stefan Winkle: Geisseln der Menschheit. Artemis und Winkler, 1997, ISBN 3-538-07049-0.
cite-note-spon-627093-1414. â Skelettfund: Lepra quĂ€lte die Menschheit schon vor 4000 Jahren. In: Spiegel Online. 27. Mai 2009, abgerufen am 28. Dezember 2014.
cite-note-meyers-leuke-1515. â Aussatz. In: Meyers GroĂes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 2: AstilbeâBismarck. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1905, S. 148â149 (Digitalisat. zeno.org â Leuke bei den Griechen).
cite-note-1616. â Gundolf Keil: Lepra (Aussatz, Hansen-Krankheit). In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 841â844, hier: S. 841.
cite-note-1717. â Horst Kremling: Historische Betrachtungen zur prĂ€ventiven Heilkunde. In: WĂŒrzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 24, 2005, S. 222â260, hier: S. 227â228.
cite-note-1818. â Gundolf Keil: Lepra (Aussatz, Hansen-Krankheit). 2005, S. 841.
cite-note-2020. â Verena J. Schuenemann, Charlotte Avanzi, Ben Krause-Kyora, Alexander Seitz, Alexander Herbig, Sarah Inskip, Marion Bonazzi, Ella Reiter, Christian Urban, Dorthe Dangvard Pedersen, G. Michael Taylor, Pushpendra Singh, Graham R. Stewart, Petr VelemĂnskĂœ, Jakub Likovsky, AntĂłnia Marcsik, Erika MolnĂĄr, György PĂĄlfi, Valentina Mariotti, Alessandro Riga, M. Giovanna Belcastro, Jesper L. Boldsen, Almut Nebel, Simon Mays, Helen D. Donoghue, Sonia Zakrzewski, Andrej Benjak, Kay Nieselt, Stewart T. Cole, Johannes Krause: Ancient genomes reveal a high diversity of Mycobacterium leprae in medieval Europe. In: PLOS., 10. Mai 2018 (online)
cite-note-2121. â Human Animal Infections and Risk Surveillance (HAIRS) group: Qualitative assessment of the risk that Mycobacterium lepromatosis and M. leprae in red squirrels present to the UK human population. (PDF) Public Health England, 5. Mai 2017, abgerufen am 5. Mai 2024 (englisch).
cite-note-2222. â Christian Urban, Alette A. Blom, Charlotte Avanzi, Kathleen Walker-Meikle, Alaine K. Warren, Katie White-Iribhogbe, Ross Turle, Phil Marter, Heidi Dawson-Hobbis, Simon Roffey, Sarah A. Inskip, Verena J. Schuenemann: Ancient Mycobacterium leprae genome reveals medieval English red squirrels as animal leprosy host. In: Current Biology. Band 34, S. 1â10, doi:10.1016/j.cub.2024.04.006 (englisch).
cite-note-2323. â Gundolf Keil: Umgang mit AIDS-Kranken als Herausforderung an eine humane Gesellschaft. âStatementâ zum Akquirierten Immun-Defizienz-Syndrom aus fachhistorischer Perspektive. In: Johannes GrĂŒndel (Hrsg.): AIDS. Herausforderung an Gesellschaft und Moral. 2. Auflage. DĂŒsseldorf 1988 (= Schriften der Katholischen Akademie in Bayern. Band 125), S. 31â41, hier: S. 35.
cite-note-2424. â Gundolf Keil: Einleitung. In: Gundolf Keil (Hrsg.): Das Lorscher Arzneibuch. (Handschrift Msc. Med. 1 der Staatsbibliothek Bamberg); Band 2: Ăbersetzung von Ulrich Stoll und Gundolf Keil unter Mitwirkung von Altabt Albert Ohlmeyer. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1989, S. 7â14, hier: S. 14.
cite-note-2525. â Werner Kloos: Bremer Lexikon. Hauschild, Bremen 1980, Lemma Leprosenhaus.
cite-note-2626. â siehe: Sankt Jost â Bildstock (Bildstock zwischen Biewer und Pallien ). Eintrag in der Datenbank der KulturgĂŒter in der Region Trier, abgerufen am 15. September 2015. und Karl Duerr. In: karlduerr.de. 22. Dezember 2003, abgerufen am 28. Dezember 2014.
cite-note-2727. â Gundolf Keil: Umgang mit AIDS-Kranken als Herausforderung an eine humane Gesellschaft. âStatementâ zum Akquirierten Immun-Defizienz-Syndrom aus fachhistorischer Perspektive. 1988, S. 36.
cite-note-2828. â Stefan Winkle: Geisseln der Menschheit. 1997.
cite-note-2929. â Vgl. Heinz JĂŒrgen Bergmann: âalso das ein mensch zeichen gewunâ. Der Pesttraktat Jakob Engelins von Ulm (= Untersuchungen zur mittelalterlichen Pestliteratur. Band 2). Horst-Wellm-Verlag, Pattensen bei Hannover 1972. Zugleich Medizinische Dissertation Bonn 1972.
cite-note-3030. â Armin Hohlweg: Zur Geschichte der Lepra in Byzanz. In: Jörn Henning Wolf (Hrsg.): Aussatz, Lepra, Hansen-Krankheit. Ein Menschheitsproblem im Wandel. Teil II: AufsĂ€tze. WĂŒrzburg 1986, S. 69â78, hier: S. 71.
cite-note-3131. â Konrad von WĂŒrzburg: Engelhard (= Altdeutsche Textbibliothek. Band 7). Hrsg. von Ingo Reiffenstein, 3. Auflage. TĂŒbingen 1982, Verse 5144â5171.
cite-note-3232. â Antoinette Stettler-SchĂ€r: Leprologie im Mittelalter und in der frĂŒhen Neuzeit. In: Huldrych M. Koelbing, Monica SchĂ€r-Send, Antoinette Stettler-SchĂ€r, Hans TrĂŒmpy (Hrsg.): BeitrĂ€ge zur Geschichte der Lepra (= ZĂŒrcher medizingeschichtliche Abhandlungen, Neue Reihe. Band 92). ZĂŒrich 1972, S. 55â93.
cite-note-3333. â Antoinette Stettler-SchĂ€r: Leprologie im Mittelalter und in der frĂŒhen Neuzeit. 1972, S. 71.
cite-note-3434. â Gundolf Keil ĂŒber Paul Gereke (Hrsg.): Konrad von WĂŒrzburg, Engelhard. 2. Auflage, bearbeitet von Ingo Reiffenstein. TĂŒbingen 1963, in: Leuvense Bijdragen. Band 57, 1968, S. 127â129, hier: S. 128.
cite-note-3535. â Gundolf Keil: Lepraschautexte. In: Werner E. Gerabek u. a. (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. 2005, S. 844â845.
cite-note-3636. â Norbert H. Ott: Miselsuht â Die Lepra als Thema erzĂ€hlender Literatur des Mittelalters. In: Jörn Henning Wolf (Hrsg.): Aussatz, Lepra, Hansen-Krankheit. Ein Menschheitsproblem im Wandel. Teil II: AufsĂ€tze. WĂŒrzburg 1986, S. 273â283.
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